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Weltwirtschaft außer Kontrolle

CAMBRIDGE – Die Weltwirtschaft ist ein außer Kontrolle geratener Zug, der langsamer wird, allerdings nicht schnell genug. Das schreien uns die außergewöhnlich hohen Preise für Öl, Metalle und Lebensmittel entgegen. Der spektakuläre und historische weltweite Wirtschaftsboom der letzten sechs Jahre ist kurz davor, vor eine Wand zu fahren. Leider ist niemand, gewiss nicht in Asien oder den Vereinigten Staaten, bereit, die bittere Pille zu schlucken und dazu beizutragen, den notwenigen koordinierten Rückzug zu einem nachhaltigen unterdurchschnittlichen Wachstum zu planen, das wir brauchen, damit neue Rohstoffquellen und Alternativen wieder aufholen können.

Stattdessen kämpfen die Regierungen darum, nicht aufrechtzuerhaltende Wachstumsschübe auszudehnen, wodurch sie die Rohstoffpreise weiter in die Höhe treiben und das Risiko einer einmaligen wirtschaftlichen und finanziellen Katastrophe steigern. Es muss nicht alles mit Schrecken enden, aber die politischen Entscheidungsträger in den meisten Regionen müssen dafür schnell auf die Bremse treten, nicht auf das Gaspedal.

Man sollte sich auf der Suche nach Führung nicht den USA in einem Präsidentschaftswahljahr zuwenden. Im Gegenteil, die US-Regierung hat Steuerermäßigungen verteilt, damit die Amerikaner bis zum Umfallen einkaufen, und nun ist im Kongress davon die Rede, noch weiter zu gehen.

Man sollte sich auch nicht den aufstrebenden Märkten zuwenden. Da sie ihren politischen und wirtschaftlichen Schwung unbedingt erhalten wollen, haben die meisten eine Vielzahl von Schritten eingeleitet, um zu verhindern, dass ihre Wirtschaften die volle Wucht der Rohstoffpreiserhöhungen zu spüren bekommen. Daher zehren die höheren Rohstoffpreise eher die Finanzpolster auf, als dass sie die Nachfrage senken.