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Für eine Freihandelszone EU und USA

WIEN – Die Bestellung von Michael Froman zum US Secretary of Trade bietet einen guten Anlass, darauf hinzuweisen, welche vielfachen Chancen ein EU-USA Freihandelsabkommen für Europa, die USA und die Welt bieten würde.

Die Ausgangslage ist bekannt und gefährlich. Die Weltwirtschaft der drei Geschwindigkeiten (Emerging Markets 6 Prozent Wachstum, USA 2 Prozent, Europa 0 Prozent) zeigt bedenkliche Lähmungserscheinungen. Manche erkennen bereits Währungskriege am Horizont. In einem derart unsicheren Wirtschaftsumfeld voller protektionistischer Fallstricke wäre ein Freihandelszone zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt (USA und EU) mit einem akkumulierten Anteil von 40 Prozent am globalen GDP wichtiger denn je.

Die Verwirklichung des EU Binnenmarktes hat trotz erheblicher Entwicklungsunterschiede innerhalb Europas fast zwei Jahrzehnte lang zu zusätzlichen Wachstumseffekten geführt. Niemand bezweifelt heute die Wachstumsbeschleunigung, die durch den Mercosur in Südamerika erreicht wurde. Freihandel und Wachstum tauchen in der Wirtschaftsgeschichte ebenso als Zwillinge auf wie Protektionismus und Stagnation. Die Verschränkung der US und EU Volkswirtschaft wird daher das Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks stärken.

Die US Wirtschaft wächst 2013 um 2%, obwohl der öffentliche Haushalt um 1,8% konsolidiert wird. Das bedeutet in Summe ein reales Wachstum von 3,8% der privaten Wirtschaft. Obwohl die FED und die EZB – wenn auch mit unterschiedlichen Instrumenten – aktiv zur Bewältigung der Rezession eingriffen, könnte das Resultat nicht unterschiedlicher sein.