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Die Schwedisierung Europas

Im heutigen Europa kommt es zu einer immer fanatischeren Verbindung von Antisemitismus, Antizionismus und Antiamerikanismus. Diese Phänomene haben ihren Ursprung in einer Art Blindheit in Kombination mit einer seltsamen Mischung aus Entfremdung, Schuldgefühlen und Angst gegenüber Israel und Amerika.

Millionen von Europäern sträuben sich dagegen, Israel als ein Land zu betrachten, das um sein Überleben kämpft. Israel kann es sich nicht leisten, einen größeren Krieg zu verlieren, denn das würde das Ende des demokratischen jüdischen Staates bedeuten. Unzählige Europäer glauben allerdings, dass mit den Israelis grundsätzlich etwas nicht stimmt: Sie gehen keine Kompromisse ein und ziehen es vor, ihre politischen Probleme militärisch zu lösen.

Etwas Ähnliches bestimmt auch die Haltung der Europäer gegenüber den USA. Werft einen Blick nach Europa, sagen viele Europäer, wir haben Kriege, gefährliche Nationalismen und Diktaturen eliminiert. Wir haben eine friedliche Europäische Union geschaffen. Wir führen keine Kriege, wir verhandeln. Wir verschwenden unsere Ressourcen nicht für Waffen. Der Rest der Welt sollte von uns lernen, wie man zusammenlebt, ohne sich gegenseitig zu terrorisieren.

Als Schwede habe ich diese pazifistische Prahlerei mein ganzes Leben lang gehört: Das neutrale Schweden ist eine moralische Supermacht. Diese Angeberei ist heute zur Ideologie der EU geworden. Wir sind der moralische Kontinent. Man kann das als die „Schwedisierung" Europas bezeichnen.