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Das Erfolgsgeheimnis der Harvard University

AHMEDABAD, INDIEN – Kein Land dominiert eine Industrie so sehr wie die Vereinigten Staaten die Hochschulen. Dem Academic Ranking of World Universities der Jiao-Tong-Universität („Shanghai-Ranking“) zufolge befinden sich 17 der 20 besten Universitäten weltweit in den USA, angeführt von der Harvard University, die mit deutlichem Abstand den ersten Platz belegt.

Die traditionelle Erklärung für dieses Phänomen – Amerikas Reichtum, seine große Bevölkerung, die großzügige Forschungsfinanzierung, weitverbreitete private Philanthropie und die Anziehungskraft, die es auf Gelehrte aus aller Welt auszuüben vermag – ist unvollständig. Obwohl die USA die größte Volkswirtschaft der Welt sind, stellen sie lediglich einen Anteil von einem Viertel am Welt-BIP und etwa ein Zwanzigstel der Weltbevölkerung. Und ihre Unterstützung für die Forschung ist nicht einzigartig.

Wenn man der akzeptierten Erklärung folgt, müssten große Länder wie Frankreich, Deutschland, Japan und sogar China und Indien an der Spitze globaler Hochschulrankings vertreten sein. Sie tauchen jedoch nur selten irgendwo in solchen Rankings auf, wenn überhaupt.

Tatsächlich fehlt diesen Ländern ein entscheidendes Puzzleteil: Amerikas innovatives Führungsmodell im Hochschulwesen.