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Der Weg zur nuklearen Abrüstung

NEW YORK – Massenvernichtungswaffen und Abrüstung stellen eine der schwierigsten Herausforderungen dar, vor denen die Welt derzeit steht. Eine meiner Prioritäten als Generalsekretär der Vereinten Nationen besteht darin, das globale Gemeinwohl zu fördern und Abhilfen für Probleme zu finden, die keine Grenzen respektieren. Eine Welt ohne Atomwaffen ist ein allgemeines Gut von höchster Wichtigkeit.

Mein Interesse an diesem Thema gründet zum Teil auf persönlichen Erfahrungen. Mein Heimatland Südkorea hat unter den Verwüstungen des konventionellen Kriegs gelitten und war der Bedrohung durch Kernwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen ausgesetzt. Doch gibt es derartige Bedrohungsszenarien selbstverständlich nicht nur in Asien.

Obwohl der Einsatz von Atomwaffen seit langem als Tabu gilt, bleibt die Abrüstung lediglich eine Bestrebung. Ist nun ein Tabu, das sich bloß auf den Einsatz solcher Waffen bezieht, überhaupt ausreichend?

Wenn es um Kernwaffen geht, treffen Einzelstaaten die wichtigsten Entscheidungen. Doch spielt die UNO eine entscheidende Rolle dabei. Wir bieten ein zentrales Forum, in dem sich die Staaten auf Normen einigen können, die ihren gemeinsamen Interessen dienen. Wir analysieren und unterrichten, um unsere vereinbarten Ziele zu erreichen, und treten für diese ein.