Politik der revolutionären Überraschungen

DURHAM – Mit seiner Selbstverbrennung nach einer demütigenden Begegnung mit der Polizei löste der akademisch ausgebildete tunesische Gemüsehändler Mohamed Bouazizi in der ganzen arabischen Welt eine Protestwelle aus. Mehrere, seit Jahrzehnten herrschende, arabische Diktatoren wurden bereits aus dem Amt vertrieben oder zu einer Ankündigung ihres Rücktritts gezwungen.

Aber die Demonstranten in Kairo, Tunis und Sana wollen viel mehr. Ihnen geht es auch um effizientere Regierungsführung, wirtschaftliche Reformen zur Stärkung des Wachstums, die Entfernung von Kollaborateuren, demokratische Rechte, Religionsfreiheit (und vielleicht auch Freiheit von der Religion) – kurzum: um einen umfassenden sozialen Wandel. 

Überall schlagen die aktuellen Machthaber zurück. Die unvergesslichen Szenen von Anhängern Mubaraks wie sie auf Kamelen und Pferden reitend digital vernetzte ägyptische Demonstranten verprügeln, signalisieren, dass die alte Ordnung nicht kampflos weichen wird.

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