Die Seuchen des Übergangs

Es ist wohl kaum erwähnenswert, dass Diktaturen und Kriege der Gesundheit schaden können. Über 20 Millionen Menschen sind während Maos „Großen Schrittes nach vorn” den Hungertod gestorben; ungezählte Millionen starben unter Lenin, Stalin und Hitler; Pol Pot hat zwei Millionen Kambodschaner umbringen lassen. Exakte Zahlen hinsichtlich der Opfer der Gewaltherrschaften über Burma, Afghanistan und den Kongo sind bisher noch nicht verfügbar, doch kann man davon ausgehen, dass sie enorm hoch sind.

Das vergangene Jahrzehnt brachte so geplagten Staaten wie Südafrika, Mosambik, Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion mehr Frieden und die zerbrechlichen Anfänge der Demokratie. Millionen von Menschen erlangten unentbehrliche Menschen- und Bürgerrechte – einschließlich des Rechtes auf eine Kritik an ihren Staatsoberhäuptern. Heutzutage ist es für viele der wichtigste Kampf, eine ordentliche Arbeit zu finden und sich ein ordentliches Leben aufzubauen.

Man sollte meinen, dass sich die Gesundheit in den Ländern, die sich in der jüngsten Vergangenheit als demokratischer erwiesen haben, verbessern würde. Doch auch in diesen Ländern steht nicht alles zum Besten. In vielen dieser Staaten hat der politische und wirtschaftliche Wandel neue Seuchen mit sich gebracht, die mindestens genau so schrecklich sind wie diejenigen, die man bisher mit Unterdrückung und Krieg in Zusammenhang zu bringen gewohnt war.

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