Dean Rohrer

Die Normalisierung der Fatah

RAMALLAH: Die Fatah, die führende Guerillabewegung innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), hat sich einen Schritt weiter in Richtung einer normalen politischen Partei entwickelt. Ihr gerade zu Ende gegangener sechster Kongress wurde erstmals in den besetzten Gebieten abgehalten, was bedeutete, dass ehemaligen Guerillakämpfern aus dem Libanon und aus Jordanien durch Israel Zugang gewährt wurde. Es scheint, als habe die Konferenz die Bewegung, die seit dem Tod ihres Gründers und langjährigen Führers Yasser Arafat gelitten hatte, erfolgreich neu geeint und gestärkt.

Die mehr als 2000 Delegierten, die ehemalige fedayyin (Guerillas) und Intifada-Aktivisten der Fatah repräsentierten, sprachen sich dafür aus, alle Formen des Widerstands zur Befreiung Palästinas fortzusetzen. Der Begriff „bewaffneter Widerstand“ freilich fehlte in allen während der Konferenz verabschiedeten Dokumenten. Mahmoud Abbas – der einstimmig als Führer und Oberbefehlshaber der Fatah wiedergewählt wurde – machte klar, dass zwar alle Optionen für die Beendigung der Besatzung auf dem Tisch blieben, Verhandlungen jedoch nach wie vor Priorität genössen. Während einige (wie der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak) die Widerstandsrhetorik einiger Delegierter ernst nahmen, versicherte Fatah-Sprecher Nabil Amr allen Betroffenen offiziell, dass sich die Fatah für eine „friedliche Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts“ einsetze.

Jede Organisation, die nicht für demokratische Mechanismen für Veränderungen und Erneuerung sorgt, neigt dazu, zu altern und monoton und ineffektiv zu werden. Diese Alterung und Trägheit wurde vor allem in den letzten Jahren offensichtlich, als die Fatah zuerst die Parlamentswahlen von 2006 gegen die Hamas verlor und dann ihre Präsenz im Gazastreifen.

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