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Das neue nukleare Risiko

Menschen lieben es, Gefahren abstrakter Natur zu verdrängen. Erst, wenn man sich die Finger verbrannt hat, beginnt man zu reagieren. Im Umgang mit nuklearen Risiken kann man sich ein solch eher an Kinder erinnerndes Verhalten allerdings kaum erlauben.

Betrachtet man sich unter diesem Gesichtspunkt die Nuklearrisiken und die gegenwärtige internationale Lage, so besteht Anlass zu großer Sorge.

Denn erstens enthält das alte System der nuklearen Abschreckung, wie es vor allem in den USA und Russland seit dem Ende des Kalten Krieges überdauert hat, nach wie vor zahlreiche Risiken und Gefahren. Die internationale Öffentlichkeit ignoriert zwar diese Tatsache weitestgehend, aber die Risiken sind dennoch existent.

Zwar wurden in den neunziger Jahren die vorhandenen Arsenale der beiden großen Nuklearmächte von ca. 65 000 Atomwaffen auf etwa 26 000 reduziert. Aber selbst diese Zahl ist schlichtweg unfassbar und jenseits jeder Rationalität. Hinzu kommen noch weitere ca. 1 000 Atomwaffen in den Händen der weiteren Nuklearwaffenstaaten.