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Die neue Bush-Doktrin

Präsident George W. Bush legte in seiner zweiten Antrittsrede eine ehrgeizige Vision für die Rolle der Vereinigten Staaten beim Vorantreiben der Sache der Freiheit auf der Welt dar. Damit fachte er weltweit Spekulationen über den Kurs der amerikanischen Außenpolitik in den nächsten vier Jahren an. Die in Bushs Rede ausgedrückten Ideen verdienen also eine ernsthafte Betrachtung.

„Es ist die Politik der Vereinigten Staaten, demokratische Bewegungen und Institutionen in jedem Land und jeder Kultur zu suchen und ihre Entwicklung zu unterstützen“, erklärte Bush, „mit dem Endziel, die Tyrannei in der Welt zu beenden.“

Die Versicherung, dass die Erfüllung dieser Mission „nicht in erster Linie mit Waffengewalt zu erreichen ist, obwohl wir unsere Freunde und uns selbst notfalls militärisch verteidigen werden“, stellt eine Verneigung vor der Diplomatie dar. In ähnlicher Weise erkennt Bush an, dass Außenstehende anderen Menschen keine Freiheit aufzwingen können. Stattdessen „muss die Freiheit ihrer Natur gemäß von den Bürgern gewählt und verteidigt und durch Rechtsstaatlichkeit und den Schutz von Minderheiten aufrechterhalten werden.“

Zuletzt wird die Akzeptanz der Andersartigkeit betont, denn „wenn die Seele einer Nation endlich spricht, können die entstehenden Institutionen Bräuche und Traditionen widerspiegeln, die sich stark von unseren unterscheiden. Amerika wird Unfreiwilligen nicht seinen eigenen Regierungsstil aufzwingen. Unser Ziel ist es vielmehr, anderen dabei zu helfen, ihre eigene Stimme zu finden, ihre eigene Freiheit zu erreichen und ihren eigenen Weg zu gehen.“