Der Irakkrieg im Rückblick von zehn Jahren

CAMBRIDGE, MASS – In diesem Monat jährt sich der kontroverse US-geführte Einmarsch im Irak zum zehnten Mal. Was hat diese Entscheidung während des vergangenen Jahrzehnts für Folgen gezeitigt? Und wichtiger noch: Wurde die Einmarsch-Entscheidung zu Recht getroffen?

Positiv vermerken die Analysten den Sturz Saddam Husseins, die Bildung einer gewählten Regierung und ein Wirtschaftswachstum von nahezu 9% pro Jahr, wobei die Ölexporte ihr Vorkriegsniveau übersteigen. Einige Analysten, z.B. Nadim Shehadi vom Think Tank Chatham House, gehen weiter und argumentieren, dass die USA sich zwar „im Irak mit Sicherheit überhoben haben“, die amerikanische Intervention jedoch „die Region möglicherweise aus der Stagnation erweckt hat, die das Leben dort seit mindestens zwei Generationen bestimmt hat.“

Die Skeptiker antworten hierauf, dass man den Irakkrieg mit dem „Arabischen Frühling“ verknüpfen dürfe, da die Ereignisse in Tunesien und Ägypten im Jahre 2011 eigene Ursachen hätten, während Präsident George W. Bushs Handeln und Rhetorik die Sache der Demokratie in der Region diskreditiert hätten, statt sie voranzubringen. Die Ausschaltung Saddams sei wichtig gewesen, doch sei der Irak nun ein von einer konfessionellen Gruppe beherrschter Ort der Gewalt, der auf einem Korruptionsindex auf Rang 169 (von 174 Ländern) geführt würde.

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