Der nächste Test für die G-20

BRÜSSEL – Die G-20-Treffen in diesem Monat, zunächst das der Finanzminister im südkoreanischen Busan und später das der Regierungschefs in Toronto, kennzeichnen den Moment, in dem die großen Akteure der Weltwirtschaft von Konjunkturbelebung auf Sparmaßnahmen umschalten werden. Nicht alle sind sich darüber einig.

Vor dem Treffen in Busan warnte US-Finanzminister Tim Geithner vor „einem pauschalen, undifferenzierten Vorziehen der Konsolidierungspläne“, und betonte, man müsse „parallel zur fortschreitenden Erholung im Privatsektor vorgehen.“ Doch fanden Geithners Warnungen bei den anderen Finanzministern keinen Anklang. Sie betonten stattdessen, die „Wichtigkeit nachhaltiger öffentlicher Finanzen“ und dass Maßnahmen notwendig seien, „um haushaltspolitische Nachhaltigkeit zu gewährleisten.“ Vorbei ist die Zeit, in der auf vorsichtige, allmählich eingeführte Ausstiegsstrategien gesetzt wurde; die Suche nach einem „Rebalancing“ war im Kommuniqué des Treffens fast nicht zu erkennen.

Diese Veränderung betrifft zuerst und vor allem Europa. Kurz vor dem Busan-Treffen kündigten die südeuropäischen Länder große Konsolidierungsanstrengungen an, in der Hoffnung, die Schuldenmärkte zu besänftigen. Bald darauf kündigte der britische Premierminister David Cameron „schmerzhafte Jahre“ an, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel umriss einen Sparplan in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar und der französische Premierminister François Fillon einen ähnlichen Plan in Höhe von 80 Milliarden Dollar.

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