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Die leeren Versprechen der G-20

CAMBRIDGE – Die Besprechung von „Ausstiegsstrategien“ wird weit oben auf der Tagesordnung stehen, wenn sich die Staats- und Regierungschefs der G-20-Länder in wenigen Tagen in Pittsburgh treffen. Sie werden versprechen, die explosive Geldmengen- und Fiskalexpansion der letzten beiden Jahre umzukehren, dies weder zu früh noch zu spät zu tun und auf koordinierte Weise.

Es sind die richtigen Versprechen. Doch was bedeuten sie?

Nehmen wir zunächst das Ziel, die Geldmengenexpansion umzukehren, was notwendig ist, um einen Inflationsschub zu vermeiden, wenn die Gesamtnachfrage wieder anfängt aufzuholen. Es ist aber auch wichtig, dies nicht zu früh zu tun, da dadurch die gerade aufkeimende und sehr zarte Erholung abgewürgt werden könnte.

Doch bedeuten die Versprechen der Regierungschefs wenig, zumal die Zentralbanken in jedem wichtigen Land ausdrücklich von der Regierungsgewalt unabhängig sind. Ben Bernanke von der US-Notenbank Federal Reserve, Mervyn King von der Bank of England und Jean-Claude Trichet von der Europäischen Zentralbank werden entscheiden, wann und wie sie ihre expansive Geldpolitik umkehren werden. Bernanke nimmt keine Befehle vom US-Präsidenten entgegen, King nimmt keine Befehle vom britischen Premierminister entgegen (und bei Trichet ist nicht einmal klar, wer einen Anspruch darauf erheben würde, ihm zu sagen, was er tun soll).