Dem Jungbrunnen auf der Spur

Seitdem der Mensch über ein Bewusstsein verfügt, beschäftigt er sich mit seiner eigenen Sterblichkeit und träumt davon, diese zu überwinden. Bis vor kurzem war sogar die Vorstellung unsere Lebenszeit zu kontrollieren noch eine reine Utopie, die nicht mit dem aktuellen Forschungsstand in Einklang zu bringen war. Jüngste Forschungsergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass man die molekulare Basis des Alterungsprozesses bald im Detail durchschaut haben könnte. Die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse könnte auf dem Fuß folgen.

Der wissenschaftliche Durchbruch gelang allerdings nicht durch Versuche am Menschen oder an Ratten und Mäusen, sondern durch die Forschungsarbeit mit einfachen Organismen wie Hefebakterien und Rundwürmern. Daraus ergaben sich bedeutende, allgemein gültige Aufschlüsse, die eine umfassende Neubewertung des Alterungsprozesses erfordern.

In der herkömmlichen Evolutionstheorie wird die Alterung als Prozess gesehen, der nach der Reproduktionsphase eintritt und durch allgemeines Nachlassen der Zellfunktion gekennzeichnet ist. Die darwinistische Selektionstheorie geht schließlich davon aus, dass der allgemeine Verfall eines Individuums, das seine Gene schon an die nächste Generation weitergegeben hat, unaufhaltsam wäre. Nach dieser Theorie stagnieren viele Prozesse auf zellulärer und organischer Ebene gleichzeitig. Das Altern hätte also mannigfaltige Ursachen. Das würde bedeuten, dass man den Alterungsprozess verlangsamen könnte, wenn man die Fehlfunktionen einer großen Anzahl von Genen nach der Reproduktionsphase beseitigte.

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