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Sympathie für Greenspan

BERKELEY: In den Kreisen, in denen ich mich bewege, herrscht nahezu einhellige Übereinstimmung, dass Amerikas Währungsbehörden drei schwere Fehler gemacht haben, die zur Finanzkrise beigetragen und diese verschlimmert haben. Dieser Konsens wird nahezu immer durch Erklärungen eingeschränkt, dass die USA zumindest seit der Amtszeit Paul Volckers mit ihren Notenbankchefs gut bedient gewesen seien, und dass all jene von uns, die nie auf diesem Stuhl saßen, wüssten, dass wir selbst schlimmere Fehler gemacht hätten. Trotzdem herrscht Einigkeit, dass die politischen Entscheidungsträger in den USA irrten, als

·    die Entscheidung fiel, eine grundsatzbasierte Regulierung aufzugeben und dem Schatten-Bankensektor zu gestatten, Fremdkapitalisierung und Vergütungsprogramme auszuweiten, in dem Glauben, die staatliche Garantie für das System der Geschäftsbanken reiche aus, uns Ärger zu ersparen;

·    Fed und Finanzministerium, nachdem wir einmal in Schwierigkeiten waren, entschieden, AIG zu verstaatlichen und seine Rechnungen zu bezahlen, statt seine Geschäftspartner zu unterstützen, was den Financiers erlaubte, so zu tun, als wären ihre Strategien im Wesentlichen solide gewesen;

·    Fed und Finanzministerium entschieden, Lehman Brothers unkontrolliert in Konkurs gehen zu lassen, um den Financiers beizubringen, dass es nicht ohne Risiken ist, einen schlecht kapitalisierten Geschäftspartner zu haben, und dass man nicht erwarten könne, dass die Regierung einem automatisch zur Hilfe kommt.