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Die drohende stagflationäre Schuldenkrise

NEW YORK – Im April warnte ich, dass die heutige extrem lockere Geld- und Fiskalpolitik im Verbund mit einer Anzahl negativer angebotsseitiger Erschütterungen zu einer Stagflation (einer Rezession einhergehend mit hoher Inflation) im Stil der 1970er Jahre führen könnte. Tatsächlich sind die Risiken heute sogar größer als damals.

Schließlich waren die Schuldenquoten in den hochentwickelten Volkswirtschaften und den meisten Schwellenmärkten in den 1970er Jahren viel niedriger. Dies ist der Grund, warum eine Stagflation historisch nicht mit Schuldenkrisen in Verbindung gebracht wird. Wenn überhaupt sorgte die unerwartete Inflation der 1970er Jahre für eine deutliche Verringerung des Realwerts nominaler festverzinslicher Schulden und verringerte so die öffentliche Schuldenlast vieler hochentwickelter Volkswirtschaften.

Im Gegensatz dazu verursachten die hohen (privaten und öffentlichen) Schuldenquoten während der Finanzkrise von 2007-2008 angesichts platzender Spekulationsblasen bei Wohnimmobilien eine schwere Schuldenkrise. Doch die darauf folgende Rezession führte zu niedriger Inflation, wenn nicht gar einer echten Deflation. Aufgrund von Kreditverknappungen kam es zu einer makroökonomischen Erschütterung der Gesamtnachfrage; heute dagegen liegen die Risiken auf der Angebotsseite.

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