Szenen aus dem Drogenkrieg

Der Krieg gegen Drogen hat viele Formen. Kolumbien präsentiert die militarisierte Version, bei der speziell ausgebildete Soldaten über Dschungel und Berghänge fliegen und von Hubschraubern aus Entlaubungsmittel versprühen. Diese Politik der „vergifteten Erde“ vernichtet Kokapflanzen, nicht die Bauern. So überqueren viele von ihnen die Grenze nach Ecuador und bauen dort Koka an.

Man kann auch in einem Mohnfeld ein großes Loch auszuheben, einen Teich anlegen, diesen mit Fischen zu füllen, rundherum Bäume pflanzen, Enten importieren und ein paar Kinder anstellen, die sie hüten. So wird, angeblich, ein Mohnfeld ausgerottet, die Einheimischen werden mit Proteinen von Fisch und Geflügel versorgt, die Aufforstung wird unterstützt, und außerdem haben die Kinder Arbeit. Das war jedenfalls, was ein von der US-Behörde für internationale Entwicklungshilfe (USAID) gefördertes Programm zur Mohnausrottung in Afghanistan früher einmal für möglich hielt. Genau wie in Kolumbien waren die Ergebnisse unweigerlich kurzlebig.

Mohn ist ebenso wie Koka eine ideale Einnahmequelle für Bauern mit wenig Land und knappen Mitteln. Er braucht wenig Pflege und bringt ein sicheres Einkommen. Andererseits ist der Kampf gegen die Mohn- und/oder Kokaproduktion die ideale Gelegenheit für beliebig viele amerikanische Senatoren, Position zu beziehen. Man kann leichter dafür stimmen, Millionen von Dollar für die Ausrottung der Mohn-/Kokaproduktion auszugeben, als sich mit den eigentlichen Suchtquellen auseinander zu setzen. Um den Irrsinn dieser Unterfangen deutlich zu machen, werde ich eine Reihe von Mohnbekämpfungs-Schemata genauer beleuchten, die in Afghanistan durchgeführt wurden, einem Land, in dem ich zu tun hatte.

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