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Die Kraftreserven des Dollar

LONDON – Das Einfrieren eines Großteils der offiziellen russischen Währungsreserven hat unweigerlich dazu geführt, dass manche erneut das bevorstehende Ende des „exorbitanten Privilegs“ des Dollar als weltweite Reservewährung ersten Ranges prophezeien. Doch es ist noch zu früh, einen Nachruf auf den Greenback zu verfassen.

Für sich genommen dürfte die Sanktionierung der russischen Reserven die Vorrangstellung des Dollar als Rückgrat des Fiat-Währungssystems bekräftigen. Nur wenn die Vereinigten Staaten solche Finanzsanktionen regelmäßig als offensive außenpolitische Waffe einsetzen würden, könnte es zu einer schnelleren Erosion des Status des Dollar kommen.

In den letzten vier Jahren – einer Zeit, die von einem Handelskrieg zwischen den USA und China und der Covid-19-Pandemie geprägt war – entfielen tatsächlich lediglich 40% der neu gebildeten Währungsreserven auf den Dollar im Vergleich zu 23% auf den Euro. Der Anteil des chinesischen Renminbi an neuen Reserven ist auf 10% emporgeschnellt, während der japanische Yen und das britische Pfund ebenfalls an Boden gewonnen haben.

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