Die Erneuerung des südkoreanischen Wunders

SEOUL – Südkoreas designierte Präsidentin Park Geun-hye übernimmt ein Land, das weltweit als Vorbild für Wirtschaftsentwicklung gilt. Doch angesichts einer sich verlangsamenden Wirtschaft bedarf es einer Erneuerung dieses Vorbilds.  

Das so genannte „Wunder vom Han-Fluss“ begann sich mit jenen Reformen zu entfalten, die Parks verstorbener Vater Park Chung-hee einleitete, der das Land über weite Strecken der 1960er und 1970er Jahre regierte. Ein Maß für den Erfolg Südkoreas ist die Tatsache, dass es sich als erstes Land von einem Empfänger von OECD-Hilfen zu einem Geber wandelte, wobei das Pro-Kopf-BIP heute über 30.000 Dollar beträgt (gemessen an der Kaufkraftparität).

Doch die Wachstumsformel, die den südkoreanischen Erfolg lange Zeit untermauerte – eine Form des staatlich gelenkten Kapitalismus mit Schwerpunkt auf exportorientierter Produktion – funktioniert für viele Südkoreaner nicht mehr. Das BIP hat sich zwar in den letzten 20 Jahren beinahe verdreifacht, aber da die Reallöhne um weniger als die Hälfte dieses Werts stiegen, entkoppelte sich das Wachstum von dem Schicksal der gewöhnlichen Bürger.   

To continue reading, please log in or enter your email address.

To read this article from our archive, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/P2tmxnC/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.