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Haiti von Davos aus wieder aufbauen

ROM – Wenn die Wirtschafts- und Industriekapitäne sich diesen Monat wieder in Davos zum Weltwirtschaftsforum treffen, wird die von dem Erdbeben in Haiti hervorgerufene Zerstörung ganz oben auf ihrer Tagesordnung stehen. Das sollte es auch, denn sie können viel tun, um zu helfen.

Haiti war auch vor dem Erdbeben bereits ernsthaft in Not. Ein schnelles Bevölkerungswachstum, gepaart mit politischer und sozialer Instabilität hat dazu beigetragen, aus Haiti das ärmste Land der westlichen Hemisphäre zu machen. Zurzeit konzentrieren sich die internationalen Hilfsbemühungen berechtigterweise auf die städtischen Gebiete, die vom Erdbeben am stärksten betroffen sind. Aber wenn der Wiederaufbau beginnt, dürfen die ländlichen Gebiete nicht übersehen werden.

Viele von denen, die in Port-au-Prince und anderen Städten ihr Haus und ihre Arbeit verloren haben, werden in ihre ländlichen Gemeinden zurückkehren, wenn sie dort Familie haben. Das wird Druck auf den ländlichen Wirtschaftsraum ausüben, der sowieso schon mit knappen Mitteln auskommen muss.

Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle in der haitianischen Wirtschaft, produziert aber nicht genug, um die Menschen zu ernähren. 60 Prozent der Lebensmittel werden importiert und sogar 80 Prozent des konsumierten Reises. Eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft ist unbedingt erforderlich, wenn die Aussichten des Landes auf langfristige Wirtschafts- und Nahrungsmittelsicherheit verbessert werden sollen.