Fragen für Robert Zoellick

Der Rücktritt von Weltbankpräsident Paul Wolfowitz hat ein Problem gelöst und ein anderes ans Licht gebracht. Als Wolfowitz zum ersten Mal als Kandidat für die Führung der bedeutendsten Entwicklungsbank der Welt genannt wurde, begegnete man der Vorstellung mit Ungläubigkeit., dass der Architekt des amerikanischen Scheiterns im Irak auf diese Art und Weise belohnt werden würde. Präsident Bush hatte allerdings von Anbeginn seiner Amtszeit an versucht multilaterale Institutionen und Abkommen zu untergraben. Wolfowitz’ Nominierung schien Teil dieser Bemühungen zu sein.

Sollte es Präsident Bush, der in absehbarer Zeit aus dem Amt scheiden wird und wenig Unterstützung im In- und Ausland genießt, jetzt erlaubt sein den nächsten Weltbankpräsidenten zu benennen? Bush hat sein mangelndes Urteilsvermögen bereits bewiesen. Warum sollte er eine weitere Chance bekommen?

Die Argumente gegen das “Old Boy System” – demzufolge die Vereinigten Staaten den Chef der Weltbank nominieren und Europa den Chef des IWF – sind heutzutage besonders zwingend. Wie erfolgreich kann die Bank bei der Förderung guter Regierungsführung und im Kampf gegen Korruption sein, wenn ihr Präsident in einem Verfahren ausgewählt wird, das Mängel in seiner eigenen Steuerung aufweist? Wie glaubwürdig kann eine Botschaft gegen Korruption sein, wenn diese von jemandem verkündet wird, der von einer Regierung berufen wurde, die als eine der korruptesten und inkompetentesten in der Geschichte der USA gilt?

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