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Putins Goldmedaillen-Krieg

LONDON – Was bedeutet der „Olympische Krieg“, der auch als die russische Invasion in Georgien bekannt ist, nun wirklich? Der Krieg selbst war natürlich vorhersehbar und wurde auch vorhergesagt. Ebenso klar sind die Konsequenzen.

Erstens bleibt Ministerpräsident Putin ohne jeden Zweifel der Chef in Moskau. Gemeinsam mit Präsident Dmitri Medwedew spielt er vielleicht „guter Bulle, böser Bulle“, aber der wahre Boss ist der böse Bulle Putin.

Zweitens hat Putin eine Abneigung gegen den georgischen Präsidenten Michail Sakaschwili, der zugegebenermaßen wirklich nicht leicht zu mögen ist. Die Russen hatten den Eindruck, dass er größenwahnsinnig geworden war. So wartete Putin, bis Sakaschwili einen Schritt zu weit ging, um dann ihm und seinem armen Land einen ordentlichen Denkzettel zu verpassen.

Drittens hat Russland in Südossetien und Abchasien über Jahre Unfrieden gestiftet. Moskau möchte Georgien schwach halten. In Transdnistrien spielt man das gleiche Spiel, um Moldawien zu untergraben. Hätte eine Macht von außen versucht, in Tschetschenien eine ähnliche Taktik anzuwenden, hätten die Russen mit Recht entrüstet reagiert.