dzyadko1_ALEXEY-NIKOLSKYAFPGetty-Images_putin ALEXEY NIKOLSKY/AFP/Getty Images

Ein unbeliebter Putin ist gefährlich

MOSKAU – Vor nur sieben Monaten wurde der russische Präsident Wladimir Putin mit 77% der Stimmen im Amt bestätigt. Es ist seine vierte Amtszeit. Doch laut einer vom Allrussischen Meinungsforschungszentrum durchgeführten Umfrage würde Putin, wenn die Präsidentschaftswahl heute stattfände, vermutlich bloß 47% der Stimmen erhalten, was ihn in eine Stichwahl zwingen würde. Dies ist ein gefährlicher Zustand für Russland und die Welt.

Natürlich spiegeln die Umfragedaten in Russland nicht unbedingt das reale Gleichgewicht der Kräfte wider. Doch ist ein derart steiler Absturz in der Wählergunst eine bemerkenswerte Entwicklung, nicht zuletzt, weil die Russen, die sich noch gut an die harten Strafen erinnern, die Dissidenten in Sowjetzeiten drohten, es häufig vorziehen, sich, wenn man sie fragt, positiv über ihre Führung zu äußern.

Putin erlangte die Präsidentschaft erstmals im Jahr 2000 mit dem Versprechen, den Lebensstandard zu steigern und Russlands Status als eine führende Weltmacht wiederherzustellen. Er hatte dann das Glück, dass die Ölpreise steil anstiegen. In der Zwischenzeit machte er sich daran, die Sowjetunion wiederzubeleben – zwar unter anderem Namen, aber in ähnlicher Weise auf Grundlage des Widerstands gegen die globale Führung der USA und eine Demokratisierung westlichen Stils.

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