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Wie die Medien Mittel- und Osteuropas gekapert werden

BUDAPEST – In seiner Ausgabe vom 22. März zeigte die slowenische Wochenzeitschrift Mladina auf ihrem Titelbild einen Cartoon. Dort wurde der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán abgebildet, wie er von rechten Politikern der Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) umarmt wird und dabei den Hitlergruß zeigt. Orbán, dessen Regierung die Medien seines eigenen Landes fast völlig unter Kontrolle hat, nahm dies nicht gerade mit Humor.

Der Cartoon stand in Verbindung zu einem Artikel über die Entscheidung der Europäischen Volkspartei – einer transnationalen Gruppe politischer Mitte-Rechts-Parteien, die seit 1999 die meisten Sitze im Europäischen Parlament hat – Orbáns Fidesz-Partei als Mitglied auszuschließen. Die SDS hat diese Entscheidung stark kritisiert und sogar gedroht, die EVP zu verlassen, sollte Fidesz hinausgeworfen werden.

Die ungarische Botschaft in Slowenien reagierte umgehend auf die Veröffentlichung des Cartoons und forderte das Außenministerium des Landes auf, „zukünftig ähnliche Vorkommnisse zu verhindern“. Und Zoltán Kovács, einer der ergebensten Lakaien Orbáns, griff die linke Ausrichtung Mladinas in einem Blogbeitrag an.

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