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Wird es dieses Mal Frieden geben?

JERUSALEM – Die bevorstehende Wiederaufnahme direkter Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern in Washington ist eine gute Nachricht. Ob diese Gespräche allerdings zu einer Einigung führen werden, geschweige denn innerhalb eines Jahres wie es US-Präsident Barack Obama hofft, steht auf einem anderen Blatt. 

Als Obama zwei Tage nach Beginn seiner Präsidentschaft den früheren Senator George Mitchell zum Sonderbeauftragten für den Nahen Osten ernannte, hatten viele die Hoffnung, dass seine Bemühungen innerhalb von zwei Jahren eine Einigung zwischen Israel und den Palästinensern herbeiführen würden – und einen umfassenden Frieden zwischen Israel und allen seinen arabischen Nachbarn.

Die Frage, ob man diese übertriebenen Hoffnungen auf Obamas Unerfahrenheit oder auf Hybris zurückzuführen sollte – oder beides – ist umstritten: Klar ist, dass es Mitchell nach 18 Monaten und zahlreichen Besuchen in der Region lediglich gelungen ist, die grundsätzliche Einigung  zwischen Israel und den Palästinensern zu erzielen Gespräche miteinander aufzunehmen.

Das Problem ist, dass sie seit nunmehr 17 Jahren miteinander sprechen, unter verschiedenen israelischen und palästinensischen Politikern und unter zwei US-amerikanischen Präsidenten. Es ist kein Durchbruch, sie erneut an den Verhandlungstisch zu bringen, sondern eher ein Versuch der Schadensbegrenzung. Und obwohl Mitchell aufgrund seiner erfolgreich erzielten Versöhnung in Nordirland für seine gegenwärtige Aufgabe hervorragend qualifiziert schien, könnte es ihn im Nahen Osten im Wege gestanden haben.