Nur die Schwachen überleben

TOKIO: Das Risiko globaler Währungs- und Handelskriege nimmt zu. Die meisten Volkswirtschaften liefern sich inzwischen einen Wettstreit bei der Abwertung ihrer Währungen. Sie alle spielen ein Spiel, bei dem es zwangsläufig auch Verlierer geben wird.

Die derzeitigen Spannungen wurzeln in der Paralyse bei der Wiederherstellung des weltwirtschaftlichen Gleichgewichts. Die zu ausgabefreudigen Länder – wie etwa die USA und andere „angelsächsische“ Volkswirtschaften –, die überschuldet sind und Leistungsbilanzdefizite angehäuft haben, müssen sparen und weniger für die Binnennachfrage ausgeben. Um ihr Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten und ihre Handelsdefizite abzubauen, brauchen sie eine nominale und reale Abwertung ihrer Währungen. Aber die zu sparsamen Länder – wie etwa China, Japan und Deutschland –, die bisher Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschafteten, widersetzen sich der nominalen Aufwertung ihrer Währungen. Ein höherer Wechselkurs würde ihre Leistungsbilanzüberschüsse verringern, weil sie nicht in der Lage oder bereit sind, ihre Sparquoten zu reduzieren und ihr Wachstum durch höhere Ausgaben beim Binnenkonsum aufrechtzuerhalten.

Innerhalb der Eurozone wird dieses Problem dadurch verschärft, dass Deutschland mit seinen großen Überschüssen mit einem starken Euro leben kann, die PIIGS-Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) jedoch nicht. Mit ihren hohen Zahlungsbilanzdefiziten sind die PIIGS-Staaten im Gegenteil auf eine deutliche Abwertung angewiesen, um ihr Wachstum wiederherzustellen, während sie schmerzhafte fiskalpolitische und sonstige Strukturreformen umsetzen.

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