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Obamas nukleare Agenda

CAMBRIDGE – Nach der Enthüllung der Existenz einer geheimen Uran-Anreicherungsanlage auf einer Militärbasis im Iran hat Präsident Barack Obama seine Bestrebungen verstärkt, Themen der atomaren Nichtweiterverbreitung an die Spitze der internationalen Agenda zu setzen. 2010 wird dabei ein entscheidendes Jahr.

Im September kamen zahlreiche Länder bei den Vereinten Nationen sowie auch beim G-20-Gipfel in Pittsburgh überein, an Obamas nuklearer Agenda zu arbeiten. Aber mitten in diese Konferenzen platzte die Nachricht, dass der Iran eine zweite Anreicherungsanlage errichtet hat, in der man potenziell waffenfähiges Uran herstellen kann.

Anfang Oktober trafen sich Vertreter des Iran in Genf mit Repräsentanten der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates (plus Deutschland) und vereinbarten, der Internationalen Atomenergiebehörde eine Inspektion der bis dahin geheimen Anlage zu gewähren. Überdies erklärten die Iraner, dass man niedrig angereichtes Uran in einer Anlage außerhalb des Iran zu Kernbrennstoff verarbeiten lassen werde.

Wenn diese Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, handelt es sich um bedeutende Schritte. Es herrschte nämlich weit verbreitete Angst, dass der Iran aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen (NPT) aussteigen und seine Anreicherungsanlagen nützen könnte, um eine Atomwaffe herzustellen. Noch ist nicht klar, ob den Worten auch Taten folgen werden.