NMD - eine Chance für Russland

“Wir haben das letzte halbe Jahrhundert wie Schweine gelebt, warum sollen wir nicht noch fünfzig Jahre lang so weiter leben?” Das ist die Kernaussage derer, die sich hinter das ABM-Abkommen von 1972 stellen, wenn sie alle Optionen für die Errichtung eines ballistischen Raketenabwehrsystems zurückweisen. Durch die Ablehnung der Entwicklung solcher Systeme schafft die Fraktion der ABM-Abkommen-Befürworter eine Situation, in der ahnungslose und friedfertige Bürger in Russland, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern dauerhaft Geiseln nuklearer Erpressung werden.

Der Standpunkt „ABM um jeden Preis“ kann den „garantierten Frieden“ nur während des Wahnsinns des Kalten Kriegs gewährt haben. Den zunehmenden Rüstungswettlauf hat er sicherlich nicht verhindert. Tatsächlich gab es erst zwei Jahrzehnte später mit dem START-2 Abkommen von 1993 die erste Vereinbarung über den Abbau strategischer Nuklearwaffen. Zu dieser Zeit waren die Beziehungen zwischen Moskau und Washington vernünftiger und realistischer geworden. Obwohl das START-2 Abkommen die Wichtigkeit des ABM-Abkommens bestätigt hat, ließ es doch darauf schließen, dass neue und radikalere Schritte in Richtung Abrüstung folgen würden. Bedauerlicherweise ist es nicht so gekommen; Moskau hat sich acht Jahre lang Zeit gelassen START-2 zu ratifizieren. In der Zwischenzeit kamen andere Bedrohungen auf.

Heutzutage sind es nicht mehr nur die Supermächte, die die Welt mit dem „Super-Mord” zu erpressen in der Lage sind. Sogar Mini-Mächte und terroristische Vereinigungen können den Weg der Massen-Erpressung wählen. Russland steht dem genauso verwundbar gegenüber wie jedes andere Land auch. Darum ist niemandem mit der Unterstützung des ABM-Abkommens und seinem Verbot aller nationalen Raketenabwehrsysteme geholfen.

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