Kehrt Musharraf zurück?

LAHORE: Der frühere pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat beschlossen, erneut in die pakistanische Politik einzugreifen, wenn auch nicht in Pakistan selbst. Er verkündete seine Entscheidung im Londoner National Liberal Club, einer im 19. Jahrhundert von William Gladstone und anderen Urgesteinen der parlamentarischen Tradition Großbritanniens gegründeten Institution.

Diese Wahl der Örtlichkeit trieft natürlich vor Ironie. Während seiner beinahe neunjährigen Amtszeit, vom Oktober 1999 bis zum August 2008,  war Musharraf durchaus kein Hüter der Tradition Gladstones. Tatsächlich gab er dies in seiner Rede anlässlich der Gründung seiner politischen Partei, der All-Pakistanischen Muslim-Liga, aus der sicheren Entfernung von vielen tausend Meilen vom zunehmend turbulenten Pakistan, mehr oder weniger offen zu.

Obwohl Musharraf seine „Fehler“ nicht weiter ausführte, war der Hinweis offensichtlich: Er galt seiner impulsiven Entscheidung vom März 2007, den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes Iftikhar Chaudhry zu entlassen. Der Richter hatte sich geweigert, bei der Entscheidung wichtiger Verfassungsfragen, darunter jener, ob Musharraf berechtigt gewesen sei, sich noch in Uniform um die Präsidentschaft zu bewerben, Anweisungen des Präsidenten und des Militärs zu befolgen.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To read this article from our archive, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles from our archive every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/fVy0p3t/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.