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Die Zukunft des Militärs

MÜNCHEN – Auf dem jüngsten Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos nahm ich an einem Podiumsgespräch von Verteidigungspolitikern teil, um über die Zukunft des Militärs zu diskutieren. Das Problem, über das wir redeten, ist wichtig: Auf welche Art von Krieg sollte sich das Militär heute vorbereiten?

Beim Versuch, diese Frage zu beantworten, haben die Regierungen eine sehr schlechte Erfolgsgeschichte. Nach dem Vietnamkrieg hat das Militär der Vereinigten Staaten verdrängt, was es dort über Aufstandsbekämpfung gelernt hatte, und musste es im Irak und in Afghanistan auf die harte Tour erneut lernen.

Die militärischen Interventionen der USA in diesen Ländern verdeutlichen ein weiteres Schlüsselproblem der modernen Kriegsführung. Der aus dem Amt scheidende US-Verteidigungsminister Chuck Hagel meinte in einem aktuellen Interview, im Krieg könnten die Dinge auf eine Art „außer Kontrolle, ins Trudeln und in Bewegung geraten“, die dazu führen kann, dass das Militär seine Macht „nachdrücklicher“ ausübt, als ursprünglich vorgesehen war. Vor diesem Hintergrund ist die Ansicht, die konfliktbeladenen Gesellschaften im Nahen Osten und anderswo könnten mit militärischen Mitteln allein transformiert werden, ein gefährlicher Fehlschluss.

Aber auch wenn Krieg und Armee am Boden liegen, sind sie doch nicht überflüssig. Sie entwickeln sich lediglich anhand einer neuen „Generation“ von Regeln und Taktiken weiter.