Die irrelevanten deutschen Verbraucher

MÜNCHEN – Da die globale Neuausrichtung einen prominenten Platz auf der Tagesordnung den nächsten Konferenzen der G-7 und G-20 einnehmen wird, gerät Deutschland mit seinem anhaltenden Exportüberschuss wieder unter Druck, die Binnennachfrage und den privaten Konsum anzukurbeln. Doch um die deutschen Verbraucher geht es nur am Rande. Vielmehr besteht die Notwendigkeit eines Investitionsschubs in Deutschland und in Europa sowie eines koordinierten Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik. 

Die massiven Ungleichgewichte der Leistungsbilanzen bildeten einen Hauptfaktor der 2008 entbrannten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der darauf folgenden Instabilität der Eurozone. Mittlerweile befindet sich die Weltwirtschaft in einem Prozess der Wiederherstellung des Gleichgewichts – allerdings nicht in der Art, wie man sich das vielerorts erwartet hatte.

Die ehemals enormen Leistungsbilanzüberschüsse Asiens sind erstaunlich rasch gesunken und Japans Handelsbilanz ist sogar in ein Defizit gerutscht. Chinas Leistungsbilanzüberschuss ist von 10 Prozent des BIP im Jahr 2007 auf 2 Prozent gefallen.  Investitionen sind zwar noch immer der wichtigste Motor der chinesischen Wirtschaft, aber sie führten zu steigenden Schulden und einem aufgeblähten Schattenbankensektor, den die Behörden nun einzudämmen versuchen. 

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