Wer hat Angst vor dem Ausstieg?

TOKIO – Der allmähliche Ausstieg der US Federal Reserve aus der sogenannten quantitativen Lockerung – den unbegrenzten Ankäufen langfristiger Wertpapiere – bereitet den Finanzmärkten und politischen Entscheidungsträgern Sorge: Es wird vor einer Kapitalflucht aus den Entwicklungsländern und gewarnt, und einbrechende Vermögenspreise dominieren die politischen Diskussionen weltweit. Doch zumal die meisten großen Volkswirtschaften mit flexiblen Wechselkursen arbeiten, sind diese Bedenken großenteils ungerechtfertigt.

Die Logik hinter der Angst vor dem Ausstieg der Fed aus der quantitativen Lockerung liegt auf der Hand. Die unkonventionelle Währungspolitik in den Vereinigten Staaten – und in anderen Industrieländern, vor allem im Vereinigten Königreich und Japan – hat die Zinssätze im Inland gesenkt, während sie die internationalen Finanzmärkte mit Liquidität überschwemmt hat. Auf der Suche nach höheren Erträgen steckten die Investoren das Geld – vor allem in Form von kurzfristigem spekulativem Kapital („heißem“ Geld) – in die Schwellenländer, wo es die Wechselkurse zwangsläufig ansteigen ließ und das Risiko für Spekulationsblasen steigerte. Daher wäre der Ausstieg der Fed aus der quantitativen Lockerung von einer Umkehrung der Kapitalflüsse begleitet, was die Kreditkosten in die Höhe triebe und das BIP-Wachstum behinderte.

Natürlich sind gemäß dieser Logik nicht alle Schwellenländer gleich anfällig. Zu den am stärksten gefährdeten Ländern gehören die Türkei, Südafrika, Brasilien, Indien und Indonesien, die sogenannten „Fragile Five“, von denen alle von gleichzeitigen Haushalts- und Leistungsbilanzdefiziten, hoher Inflation und stockendem BIP-Wachstum gekennzeichnet sind.

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