Das mangelhafte Geschäft mit der Ausbildung

NEW YORK – Der Kapitalismus hat viele hochqualitative Produkte und Dienstleistungen hervor gebracht, von Smartphones bis hin zu Hochgeschwindigkeitstransport oder spannender Unterhaltung. Aber das Motiv des Gewinnstrebens, das so vielen Bereichen eine wichtige Rolle spielt, scheint in einem entscheidenden Feld versagt zu haben: der Ausbildung.

In den Vereinigten Staaten haben profitorientierte Universitäten nach sechs Studienjahren eine studentische Abschlussrate von 22%, was deutlich unterhalb der 60% liegt, die von nicht gewinnorientierten Einrichtungen erreicht wird. Erstere geben 23% ihrer Einnahmen für die Anwerbung neuer Studenten aus, verglichen mit lediglich 1% bei den Non-Profit-Instituten. Auf der Ebene der Grund- und weiterführenden Schulen besteht bei „Charter Schools“ (öffentlich finanzierten unabhängigen Schulen), die von gewinnorientierten Unternehmen geführt werden, eine um 20% geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie die Leistungsstandards erfüllen. Einige der schlechtesten Werte werden dabei von den größten gewinnorientierten Schulen erreicht. Sogar Unternehmen, die Schulbücher, Ausbildungssoftware, Management-Systeme oder Studentenkredite bereitstellen, erreichen nicht die Ebene von Qualität, die in anderen Sektoren erreicht wird.

Profitorientierte Ausbildung ist nicht nur in den USA üblich, sie ist Teil eines weltweiten Trends. Wo auch immer die Nachfrage nach höherer Bildung stark ist, tauchen neue Universitäten dieser Art auf. In den Entwicklungsländern Asiens und Lateinamerikas versucht eine Vielzahl neuer online- oder klassenzimmergestützter Sprachkursprogramme für Englisch die Nachfrage zu befriedigen, auch wenn es zu früh sein mag, ihre Qualität zu beurteilen.

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