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Der unwahrscheinliche Gewinner des Arabischen Frühlings

PARIS – Der Krieg im Irak, der 2003 zum Sturz von Saddam Husseins Regime führte, hatte einen eindeutigen Gewinner: den Iran. Die von den Vereinigten Staaten angeführte militärische Intervention führte zur Schwächung der sunnitischen Regierungen im Nahen Osten, Amerikas traditionellen Verbündeten, und zur Stärkung von Amerikas größtem Feind in der Region, der Islamischen Republik.

Zehn Jahre später könnten wir wieder Zeugen der Ironie des Schicksals in der Region werden: Zumindest im Moment scheint Israel der einzige eindeutige Gewinner der Revolutionen des „Arabischen Frühlings“ zu sein.

Die meisten Israelis würden dieser Interpretation stark widersprechen. Ihr regionales Umfeld ist wesentlich instabiler und unberechenbarer geworden. Erst vor wenigen Tagen fing das israelische Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ eine Rakete ab, die von der Sinai-Halbinsel abgefeuert worden war und den Hafen von Eilat zum Ziel hatte.

Anders als früher ist nun keine einzige israelische Grenze sicher, vor allem die lange Grenze mit Ägypten. Es kann von keinem bedingungslosen Bündnis ausgegangen werden. Alle Szenarien sind offen. Kann Israel in einer so unbeständigen Umgebung eine Oase der Stabilität, Sicherheit, Modernität und des Wirtschaftswachstums bleiben?