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Spielt China falsch?

Unfaires Spiel! Wie wäre es sonst zu erklären, so fragt man sich in den USA, dass China die amerikanischen Produzenten in so vielen Bereichen unterbietet?

Jahrzehntelang schien Amerika in der Produktion führend und so konzentrierte man sich auf die Liberalisierung des Handels mit Fertigerzeugnissen. Weniger Aufwand betrieb man bei der Schaffung gerechter Bedingungen im Bereich Landwirtschaft. Da wusste man, dass Amerika nicht konkurrenzfähig war.

Heute setzt sich China gegen alle Konkurrenten durch und häuft im Handel mit den USA riesige Handelsbilanzüberschüsse an. Daher beschuldigt der amerikanische Finanzminister China den Wechselkurs seiner Währung absichtlich niedrig zu halten und fordert, die Marktkräfte mögen doch den Wert des chinesischen Renminbi bestimmen. Der scheidende Chefökonom des IWF, Ken Rogoff warnt, dass die Überschüsse die globale Stabilität gefährden.

Wenn man sich an die Ostasienkrise vor fünf Jahren erinnert, hat es den Anschein, als wäre heute nichts mehr von dem gültig, was damals gesagt wurde. China wurde eindringlich geraten, den Wechselkurs seiner Währung nicht freizugeben. Bis zur Implosion des argentinischen Peso waren fixe Wechselkurse willkommen. Das amerikanische Finanzministerium begrüßte staatliche Interventionen auf den Devisenmärkten und ermutigte den IWF solche Interventionen mit Mega-Milliarden-Dollar-Krediten für Krisenländer zu unterstützen. Wäre die chinesische Währung damals nicht an einen fixen Wechselkurs gebunden gewesen, hätte sie an Wert verloren und so zur Verschlimmerung der Krise beigetragen.