Iraks potemkinsche Regierung

Nun, da die Stimmen der Wahlen vom Dezember im Irak ausgezählt sind, werden die Versuche eine neue Regierung zu bilden auf Hochtouren laufen. Es ist ermutigend, dass alle Seiten die Ergebnisse offenbar akzeptieren. Doch die Kernfrage hinsichtlich der Zukunft des Landes bleibt: Werden sich die Schiiten, Sunniten und Kurden hinter einer funktionierenden Zentralregierung einigen?

Fürs Erste gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die Mächtigsten innerhalb der drei Hauptgruppierungen im Irak dies tun werden. Aber kann eine derartige Regierung überhaupt das Land als Ganzes verwalten? Die Antwort auf diese Frage wird vermutlich Nein lauten, deshalb wird der Irak in einem Jahr von heute wahrscheinlich ein weitaus weniger stabiler Ort sein.

Für die unmittelbare Zukunft wird die neue irakische Regierung, wenn sie gebildet ist, wenigstens dem Anschein nach realisierbar wirken. Die Schiiten haben ein Interesse daran, die Zentralregierung zu unterstützen, denn sie glauben ihr demografisches Gewicht (60% der irakischen Bevölkerung) bedeutet, dass eine repräsentative Demokratie ihnen ihr Recht zu regieren garantieren und sie vor Forderungen und Angriffen der Sunniten schützen wird.

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