Pedro Molina

Irans Republik der Angst

WASHINGTON D.C. – Das klerikale Regime im Iran herrscht durch eine einfache Formel: Der, der am meisten Angst verbreitet, gewinnt. „Sieg durch Angst und Schrecken“ ist eine Phrase, die in vielen Reden des obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei vorkommt. Sie dient als verlässlicher Wegweiser für seine politische Philosophie.

Diese Sichtweise wurde nicht von Chamenei erfunden, sondern wird vielmehr aus dem Koran und der schiitischen Tradition abgeleitet. Die Iranische Revolutionsgarde ist mit Uniformen ausgestattet, die mit einem Koranvers mit der folgenden Bedeutung versehen sind: „Rüstet euch mit so vielen Waffen und Pferden gegen sie aus, wie ihr könnt, um so den Feind Gottes und euren Feind und andere an ihrer Seite, die euch unbekannt sind, in Angst und Schrecken zu versetzen; Gott kennt sie.“ Zudem wird die Strategie des Mahdi, des schiitischen Messias, gemäß der schiitischen Tradition darin bestehen, alle seine Feinde bei seiner Rückkehr auf die Erde einzuschüchtern.

Fördert man die Angst der anderen, wird man auch selbst empfänglicher für Angst, und nichts jagt Chamenei und den Führern der Islamischen Republik mehr Angst ein, als die gesellschaftliche Dynamik, die durch die im Iran gärende demokratische Bewegung freigesetzt wurde.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To access our archive, please log in or register now and read two articles from our archive every month for free. For unlimited access to our archive, as well as to the unrivaled analysis of PS On Point, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/BjQas7E/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.