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Iran: Noch ein verflixtes Problem

WASHINGTON, D.C. – Während des gesamten Jahres 2010 folgten die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm dem gewohnten Muster. Da es so gut wie gar nicht gelungen ist durch diplomatische Bemühungen Resultate zu erzielen, sind die internationalen Bemühungen zunehmend Diskussionen über Sanktionen gewichen – und in welcher Kombination diese notwendig wären, um Iran gefügig zu machen. Im Jahr 2011 könnte sich eine erneute Fokussierung auf umfassende Wirtschaftssanktionen als  schlechte Idee erweisen, deren Zeit gekommen ist.

Historisch betrachtet haben sich Sanktionen beim Erreichen ihrer Ziele eher kümmerlich geschlagen. Sie haben häufig eher den Zweck erfüllt, das Gesetz der unbeabsichtigten Konsequenzen zu beweisen. Deshalb könnte es sinnvoll sein zurückzutreten und einen weiteren Blick auf unseren unliebsamen Verhandlungspartner Iran zu werfen, um zu sehen was – und was nicht – diplomatisch bekräftigt werden sollte.

Nichts ist einfach an den Verhandlungen mit Iran. Er ist einer der ältesten Staaten im Nahen und Mittleren Osten mit einer tiefgehenden Kultur. Trotz des finsteren Images seiner Führung verfügt Iran über einen Sinn für Humanismus, was jeder Kurde bezeugen kann, der Saddam Husseins Angriffen mit chemischen Kampfstoffen entlang der iranischen Grenze entflohen ist. Sich zu beugen, geschweige denn einzuknicken, wird einem derart stolzen Land nicht leichtfallen.

Hinzukommt, dass Iran „nicht problemlos mit anderen interagiert“. Den meisten Amerikanern ist Iran als Land in Erinnerung geblieben, das kurz nach der islamischen Revolution 1979 US-Diplomaten entführte und sie 444 Tage lang ohne ersichtlichen Zweck gefangen hielt. Seitdem ist kein amerikanischer Diplomat in Teheran stationiert worden. Die amerikanische Haltung gegenüber Iran ist wahrscheinlich weit mehr von dieser Episode geprägt als es allgemein bewusst ist.