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Zinserhöhungen allein werden die Inflation nicht eindämmen

NEW HAVEN – Da die Inflation in den Vereinigten Staaten neue Höchststände erreicht, diskutieren Ökonomen darüber, wie hoch die Federal Reserve die Zinsen anheben muss, um die Nachfrage zu drosseln und das Preiswachstum einzudämmen. Einige Kommentatoren sind der Meinung, dass die Fed so aggressiv vorgehen sollte wie einst der Fed-Vorsitzende Paul Volcker: Dieser hatte in den frühen 1980er-Jahren die Zinssätze schließlich auf 20 % angehoben.

Solche Zahlen lassen verständlicherweise befürchten, dass die Bemühungen zur Eindämmung der Inflation zu einer Rezession und einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit führen werden. Wie ein kürzlich veröffentlichtes Kurzdossier des Peterson Institute for International Economics feststellt, geht der Rückgang der offenen Stellen, der durch kontraktive Maßnahmen herbeigeführt wird, empirisch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einher.

Schlimmer noch: Zinserhöhungen würden zwar die Arbeitslosigkeit im Laufe der Zeit wahrscheinlich erhöhen, aber sie werden nicht ausreichen, um die Inflation kurzfristig einzudämmen. Der jüngste Preisanstieg mag durch die außerordentlich hohe Nachfrage nach der Pandemie ausgelöst worden sein, aber auch angebotsseitige Faktoren – insbesondere der Arbeitskräftemangel und die durch den russischen Krieg in der Ukraine verursachte Energiekrise – haben eine wichtige Rolle gespielt. Die Inflation kann nur eingedämmt werden, wenn auch diese Faktoren angegangen werden.

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