Kleine Mausklicke gegen große Einkaufszentren in Indien

SINGAPUR – Nach jahrelanger Debatte hat die indische Regierung kürzlich angekündigt, den Einzelhandelssektor des Landes für ausländische Investoren zu öffnen. Dies geschah unter dem lauten Protest derjenigen, die meinen, der Einzug großer Supermarktketten wie Carrefour oder Walmart würde die kleinen Geschäfte zerstören, die momentan in Indiens Einzelhandelssektor vorherrschend sind. Die Oppositionsparteien riefen am 20. September zu einem landesweiten Streik auf, der viele Städte zum Stillstand brachte. Bis jetzt hat die Regierung von Premierminister Manmohan Singh nicht eingelenkt, obwohl sie die Unterstützung einer großen Koalitionspartei verlor.

Die Debatte über die Öffnung des Einzelhandelssektors für ausländische Investoren wird momentan einerseits durch die Notwendigkeit bestimmt, die Lieferketten zu modernisieren, und andererseits durch den Wunsch, den Lebenserwerb der kleinen Ladenbesitzer zu schützen. Die Unterstützer der Entscheidung argumentieren, die indischen Lieferketten seien einfach zu ineffizient, und nur die Finanzkraft und Erfahrung großer, internationaler Einzelhandelsketten könne sie modernisieren. Die Gegner weisen darauf hin, wie sehr die großen Ketten das traditionelle Einzelhandelssegment im Westen dezimiert haben.

Aber in der Debatte fehlt ein wichtiger Punkt: Das Supermarkt-Konzept selbst ist weltweit durch den Online-Einkauf bedroht. Die Kunden haben im Internet eine fast unbegrenzt große Auswahl – auch unter spezialisierten Gütern und Dienstleistungen, die große Einzelhändler einfach nicht liefern können.

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