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Indien in Afrika

Chinas steigender Einfluss in Afrika stand in den letzten Jahren im Mittelpunkt des Interesses. Aber auch die andere aufsteigende Macht in Asien, Indien, ist auf dieser Front zunehmend aktiv, nachdem man wirtschaftliche Verbindungen über die traditionellen Commonwealth-Partner hinaus etabliert hat. So beträgt das Handelsvolumen zwischen Indien und Westafrika außerhalb des Erdölsektors über 3 Milliarden Dollar und steigt weiter rapide an, womit dieser Bereich für 1,2 % des gesamten indischen Außenhandels verantwortlich ist.

Die wirtschaftlichen Aktivitäten Indiens in Afrika reichen weit über die stets beliebten Bollywood-Filme hinaus. Bis zum Jahr 2011 rechnet man mit einem Anstieg der indischen Investitionen in Côte d’Ivoire auf über eine Milliarde Dollar. Das sind 10 % der gesamten indischen Auslandsinvestitionen der letzten zehn Jahre. Das staatliche indische Öl- und Erdgasunternehmen ONGC Videsh fördert sudanesisches Öl und in den nächsten zwei Jahren wird Indien diplomatische Vertretungen in Mali, Gabun, Niger und Burkina Faso eröffnen. Bis zum Jahr 2003 hatte das indische Außenministerium genau eine für Afrika zuständige Abteilung. Heute sind es drei: eine für West- und Zentralafrika, eine für Ost- und Südafrika sowie eine für Westasien und Nordafrika.

In einer Studie des Verbandes der indischen Kammern für Handel und Industrie werden fünf Hauptsektoren genannt, die als „Wachstumsmotoren“ fungieren können, um den Handel zwischen Indien und Afrika weiter zu stärken: Pharmazeutika und der Gesundheitsbereich, Informationstechnologie, Wassermanagement, Nahrungsmittelverarbeitung und Bildung.

Nigeria ist Indiens größter Handelspartner in Afrika. Der bilaterale Handelsumsatz beträgt jährlich mehr als 3 Milliarden Dollar. Öl ist für über 96 % der indischen Importe aus Nigeria verantwortlich. Indien verfolgt dabei eine auf drei Säulen basierende Strategie: befristete Verträge für den Ankauf von Rohöl, Teilnahme am Upstream-Sektor und Raffinerien.