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Schmutzige Bomben verhindern

WIEN – In den Worten von US-Präsident Barack Obama handelt es sich bei Nuklearterrorismus um die „größte Gefahr, mit der wir konfrontiert sind.“ Doch obwohl dieser Einschätzung nur wenige widersprechen würden, hat man hinsichtlich der Minimierung dieser Bedrohung auf internationaler Ebene noch einige Aufgaben zu erledigen. Zehn Jahre nachdem sich die Spitzenpolitiker der Welt einigten, das bahnbrechende  Übereinkommen über den physischen Schutz von Kernmaterial (CPPNM) aus dem Jahr 1987 zu ergänzen - um es Terroristen zu erschweren, an nukleares Material zu gelangen - sind diese neuen Maßnahmen immer noch nicht in Kraft getreten. Den daraus resultierenden Sicherheitslücken muss man sich umgehend annehmen.

Im Juli 2005 vereinbarten die Unterzeichnerstaaten des CPPNM, das Übereinkommen zu ergänzen, um der Terrorismusgefahr wirksamer zu begegnen. Die neu aufgenommenen Maßnahmen würden es Terroristen erschweren, durch einen Angriff auf ein Atomkraftwerk großräumig radioaktives Material freizusetzen oder einen Sprengsatz zur Verbreitung radioaktiven Materials – gemeinhin als schmutzige Bombe bekannt - zu zünden. 

Doch bevor diese Ergänzungen in Kraft treten können, müssen sie von zwei Dritteln der Unterzeichnerstaaten des ursprünglichen Übereinkommens ratifiziert werden. Obwohl bereits beträchtliche Fortschritte erzielt wurden – im Juli wurden die Ergänzungen in den USA, Italien und der Türkei ratifiziert – müssen noch mindestens 14 weitere Länder nachziehen.

Nur weil es noch keinen größeren Terroranschlag mit nuklearem Material oder anderen radioaktiven Substanzen gab, dürfen wir die Tragweite der Bedrohung nicht ignorieren. Es bestehen Beweise, dass terroristische Gruppen versuchten, an das nötige Material zu gelangen, um einen Kernsprengkörper – oder schmutzige Bombe – zu bauen.