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Wie man den Handel erleichtert

WASHINGTON, D.C.: Die Welt befindet sich jetzt im vierten Jahr der Großen Rezession. Bisher haben die der Welthandelsorganisation angehörenden Volkswirtschaften jener Art von weit verbreitetem Protektionismus widerstanden, die eine schlechte Situation noch deutlich verschlimmern würde. Doch es baut sich protektionistischer Druck auf; immer stärker vernehmen die erschöpften Politiker den Ruf nach einem wirtschaftlichen Nationalismus.

Die beste Verteidigung des offenen Handels, die der WTO zur Verfügung steht, ist eine gute Offensive. Ein neues WTO-Übereinkommen über Handelserleichterungen würde allen nützen, indem es die Fähigkeit der Entwicklungsländer, Handel zu treiben, steigert, das Entwicklungsmandat der WTO stärkt und dem weltweiten Wirtschaftswachstum einen Schub gibt. Mehr als ein zehn Jahre nach Beginn der Doha-Runde globaler Freihandelsverhandlungen könnte dieses Übereinkommen eine Anzahlung auf die Verpflichtung sein, die die WTO-Mitglieder in Bezug auf die Verknüpfung von Handel und Entwicklung eingegangen sind.

Die Entwicklungsländer würden am meisten von stärkeren Handelserleichterungen profitieren. Die richtige Unterstützung würde Händlern in ärmeren Ländern helfen, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten und sich in die globalen Lieferketten zu integrieren.

Es gibt eine Menge Gelegenheiten, zu profitieren. Die bestehenden Ineffizienzen bei der Bearbeitung und Abfertigung von Waren setzen Händler aus Entwicklungsländern einem Wettbewerbsnachteil aus. Veraltete und ineffiziente Verfahren an den Grenzen und eine unzureichende Infrastruktur führen häufig zu höheren Transaktionskosten, langen Verzögerungen, Chancen für Korruption und Mehrkosten von 10-15% dabei, die Waren auf den Markt zu bringen – in Ländern ohne direkten Zugang zum Meer sogar noch mehr.