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Wie kann Kurei es schaffen?

Der neue palästinensische Premierminister Achmed Kurei sieht sich entmutigenden Herausforderungen gegenüber. Er muss sich einen Weg durch die Granatsplitter fortwährender israelischer Militäraktionen gegen die Palästinenser bahnen, durch die Ambivalenz der USA gegenüber der Roadmap und durch eine Fülle militanter palästinensischer Gruppen, die für jeden ihrer ermordeten Führer Vergeltung üben wollen. Dieser unerträgliche Kreislauf der Gewalt ist nur allzu berechenbar. Er muss aber nicht unausweichlich sein.

Eine Veränderung der Denk- und Handlungsweise ist die Voraussetzung für das Durchbrechen der wechselnden Abfolge israelischer Mordanschläge mit palästinensischen Selbstmordattentätern.

Die Idee, dass eine der beiden Seiten die andere niederschlagen und den Sieg erklären kann, hat sich als verlockendes und gefährliches Trugbild erwiesen, das einzig und allein eine Spur aus Blut und Hass nach sich zieht. Israelische Führungskräfte müssen dazu gebracht werden zu verstehen, dass Präventivschläge und Attentate die Wahrscheinlichkeit von noch mehr Gegenschlägen nur noch erhöhen, nicht verringern.

Bisher ist die rechte Regierung Scharon, die dem Frieden scheinbar nur mit Lippenbekenntnissen begegnet, mehr als bereit militärische Aktionen durchzuführen, von denen sie weiß, dass ihnen palästinensische Vergeltungsschläge folgen werden. Weil scharfe israelische Angriffe die Palästinenser nicht abschrecken, erhöht Israel den Einsatz in der Hoffnung, dass noch schärfere, noch unmenschlichere Taten die Palästinenser vielleicht einknicken lassen werden. Stattdessen ziehen brutale israelische Maßnahmen nur noch entschiedenere palästinensische Reaktionen nach sich und der Kreislauf des Tötens und der Gewalt geht weiter.