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Hillary in Asien – zweite Runde

SINGAPUR – US-Außenministerin Hillary Clinton soll im Juli erneut nach Asien reisen, um beim ASEAN Regional Forum andere Außenminister zu treffen und um Indien zu besuchen. Bei ihrer ersten Asienreise im Februar bot sie mit ihrer Offenheit für die Ansichten anderer, ihrer Kooperationsbereitschaft und ihrem Star-Status einen willkommenen Gegensatz zur Vergangenheit. Sie eröffnete den Asiaten einen neuen Blickwinkel auf Amerika.

Doch wird diese Reise kniffliger. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass der Plan für die USA und Clinton teilweise von anderen geschrieben wird. Nordkorea wird nach seinen Raketentests auf der Agenda stehen, ebenso wie Myanmar, da seine Generäle darauf bestehen, Aung San Suu Kyi, die berühmteste politische Gefangene der Welt, wegen unbedeutender Vorwürfe zu verfolgen.

Nach allem, was in den letzten Wochen geschehen ist, muss die Definition für „Erfolg“ niedrig angesetzt werden. Es wird nichts Positives daraus entstehen, wenn die USA diese beiden schwierigen Regime unilateral verurteilen. Daher muss die Zusammenarbeit mit den asiatischen Machthabern, die beim ASEAN Regional Forum anwesend sein werden, ein entscheidendes Ziel von Clintons Besuch sein.

Was Myanmar angeht, zeigen sich auch seine Nachbarn und andere ASEAN-Mitglieder – Indonesien, Singapur, Malaysia und Thailand – über die fortgesetzte Verfolgung von Suu Kyi besorgt. Die USA sollten anfangen, mit diesen Ländern nicht nur in dieser Frage zusammenzuarbeiten, sondern auch im Hinblick auf die Wahlen, die Myanmars Militärjunta für 2010 versprochen hat. Gemeinsam sollten sie auf Garantien für einen freien und gerechten Prozess drängen, mit dem Ziel, ein Durcheinander wie nach den iranischen Wahlen zu vermeiden.