Wenn die Zinsen steigen

CAMBRIDGE, MASS – Die langfristigen Zinsen sind inzwischen so niedrig, wie es langfristig nicht aufrecht zu erhalten ist, was Blasen beim Preis von Anleihen und anderen Wertpapieren impliziert. Wenn die Zinsen steigen, was unvermeidlich ist, werden diese Blasen platzen; die Preise dieser Wertpapiere werden fallen, und alle ihre Inhaber werden leiden. In dem Ausmaß, wie sie von Banken und anderen hochgradig fremdfinanzierten Finanzinstituten gehalten werden, werden die platzenden Blasen Konkurse und einen Zusammenbruch des Finanzmarktes verursachen.

Die sehr niedrigen Zinsen von US-Staatsanleihen sind ein klares Beispiel der aktuellen Fehlbewertung von Finanzanlagen. Zehnjährige US-Staatsanleihen haben derzeit eine Nominalverzinsung von weniger als 2%. Weil die Inflationsrate ebenfalls bei etwa 2% liegt, impliziert dies eine negative Realverzinsung, was durch den Zinssatz von -0,6% auf zehnjährige Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) bestätigt wird, die Zins- und Tilgungszahlungen um die Inflationsrate bereinigen.

Historisch lag die Realverzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen bei über 2%; daher liegt der heutige Zinssatz rund zwei Prozentpunkte unter dem historischen Durchschnitt. Doch diese historischen Zinssätze herrschten, als Haushaltsdefizite und die Verschuldung der US-Bundesregierung deutlich niedriger waren als heute. Angesichts von Haushaltsdefiziten, die den Prognosen zufolge bis Ende des kommenden Jahrzehnts 5% erreichen werden, und einer Schuldenquote, die sich in den letzten fünf Jahren ungefähr verdoppelt hat und weiter steigt, müsste die Realverzinsung von US-Staatsanleihen deutlich höher sein als früher.

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