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Grünes Geld

NEW YORK – Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Grün für die Staats- und Regierungschefs der Welt die metaphorische Farbe der Wahl sein wird, wenn sie sich beim G-20-Gipfel in Pittsburgh versammeln. Die Aufmerksamkeit wird ganz darauf gerichtet sein, die „grünen Triebe“ der Erholung in nachhaltiges „grünes Wachstum“ umzuwandeln, das zu „grünen Volkswirtschaften“ führt, die mit dem Ziel vereinbar sind, das Weltklima zu schützen.

Die Regierungen in reichen Ländern fangen langsam an, deutlich zu machen, was genau das in Bezug auf die Veränderungen in Politik und Lebensstil bedeutet und welche Investitionen erforderlich sein werden, um saubere Energiequellen zu entwickeln. Aber um Erfolg zu haben, muss ein „Grüner New Deal“ auf die gewaltigen Herausforderungen in den Entwicklungsländern eingehen, wo die Auswirkungen der Erderwärmung zuerst und am härtesten zu spüren sein werden und wo rasches Wachstum nach einer massiven Ausweitung günstiger Energiequellen verlangt.

Global wird jeden Tag das Äquivalent von über 30 Millionen Tonnen Öl in Form von Primärenergie verbraucht, das entspricht 55 Kilowattstunden pro Person und Tag, wobei die reichen Länder durchschnittlich mehr als doppelt so viel verbrauchen. In vielen Entwicklungsländern liegt diese Zahl weit unter 20 kWh; China liegt immer noch weit unter dem globalen Durchschnitt, und selbst die meisten aufstrebenden Märkte verbrauchen weniger als ein Drittel der durchschnittlichen Menge vieler Industrieländer.

Die Wirtschaftstheorie hinter den Bemühungen, diese Energielücken zu schließen, ist relativ einleuchtend. Bis zu einer Schwelle von etwa 100 kWh pro Kopf und Tag gehen Energieverbrauch und Indikatoren für menschliche Entwicklung Hand in Hand. Bei den aktuellen Preisen würden zwischen 10 und 20 US-Dollar pro Person und Tag gebraucht, um diese Schwelle zu erreichen.