Greece Mauro Orlando/Flickr

Ein Entwurf für die Erholung Griechenlands

ATHEN – Monatelange Verhandlungen zwischen unserer Regierung und dem Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank haben kaum Fortschritte hervorgebracht. Ein Grund dafür ist, dass alle Seiten sich zu sehr auf die an die nächste Liquiditätsspritze geknüpften Bedingungen konzentrieren und zu wenig auf eine Vision, wie sich Griechenland nachhaltig erholen und entwickeln kann. Wenn wir aus der aktuellen Sackgasse heraus wollen, müssen wir uns eine gesunde griechische Volkswirtschaft vorstellen.

Eine nachhaltige Erholung erfordert synergistische Reformen, die das beträchtliche Potenzial des Landes freisetzen, indem sie Hemmnisse in mehreren Bereichen beseitigt: bei den produktiven Investitionen, der Kreditvergabe, bei Innovation und Wettbewerb, der sozialen Sicherung, öffentlicher Verwaltung und Justiz, auf dem Arbeitsmarkt, im Bereich des kulturellen Schaffens und – last but not least – bei der demokratischen Regierungsführung.

Sieben Jahre Schuldendeflation, verstärkt durch die Erwartung zeitlich unbegrenzter Austerität, haben die privaten und öffentlichen Investitionen dezimiert und die nervösen, angeschlagenen Banken zur Einstellung ihrer Kreditvergabe gezwungen. Angesichts des mangelnden finanziellen Spielraums der Regierung und der Belastung der griechischen Banken durch notleidende Kredite ist es wichtig, die verbleibenden staatlichen Aktiva zu mobilisieren und den freien Kreditfluss der Banken zu den gesunden Teilen des Privatsektors hin wieder in Gang zu bringen.

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