Die wirtschaftliche Chance eines EU-Austritts Griechenlands

TILTON – Der erste Satz des Vertrags von Rom von 1957 – dem Gründungsdokument dessen, was sich letztlich zur Europäischen Union entwickeln sollte – ruft nach einem „immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker“. In jüngster Zeit jedoch ist dieses Ideal in Gefahr geraten, untergraben durch Europas eigene politische Elite, die eine gemeinsame Währung einführte und dabei die grundliegenden Verwerfungslinien vollkommen außer Acht ließ.

Durch die scheinbar endlose griechische Krise wurden diese Risse aufgezeigt und ausgeweitet. Und nirgends sind sie deutlicher erkennbar als in Griechenlands Beziehung zum Internationalen Währungsfonds.

Bei Ausbruch der Eurokrise im Jahr 2010 erkannten die europäischen Vertreter, dass es ihnen an der notwendigen Fachkompetenz fehlte, um die drohenden staatlichen Zahlungsausfälle und das potenzielle Auseinanderbrechen der Währungsunion zu managen. Für die EU-Vertreter wurde die Vermeidung eines Zusammenbruchs der Eurozone zur obersten politischen Notwendigkeit; daher baten sie den IWF um Hilfe. Die Irregularitäten der resultierenden Intervention des Fonds sind ein Beleg dafür, wie ernst die Probleme der Eurozone waren und nach wie vor sind.

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