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Nachkrisliche Krisen

NEW YORK – Im Schatten der Eurokrise und der amerikanischen Fiskalklippe werden leicht die langfristigen Probleme der Weltwirtschaft ignoriert. Doch während wir uns auf die unmittelbaren Schwierigkeiten konzentrieren, schwären sie weiter, und wir missachten sie auf eigenes Risiko.

Das schwerwiegendste Problem ist die globale Erwärmung. Obwohl die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft zu einer entsprechenden Verlangsamung der Zunahme der Kohlenstoffemissionen geführt hat, verschafft uns dies gerade mal auf einen kurzen Aufschub. Und wir liegen deutlich hinter Plan: Weil wir so langsam auf den Klimawandel reagiert haben, wird das Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, hohe künftige Emissionsverringerungen erfordern.

Manche schlagen vor, dass wir die globale Erwärmung angesichts des konjunkturellen Abschwungs zurückstellen sollten. Das Gegenteil ist der Fall: Die Anpassung der Weltwirtschaft an den Klimawandel würde dazu beitragen, Gesamtnachfrage und Wachstum wiederherzustellen.

Zugleich erfordert das Tempo des technologischen Wandels und der Globalisierung rasche strukturelle Anpassungen sowohl in den entwickelten als auch den Entwicklungsländern. Derartige Veränderungen können traumatisch sein, und die Märkte bewältigen sie häufig nicht besonders gut.